Energie · Umwelt · Klimaschutz

Rahmenbedingungen

Energieeinsparverordnung (EnEV)

In der EnEV werden Mindeststandards für die energetische Gebäudequalität definiert. Beurteilt wird die Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes, in die sowohl die Eigenschaften der haustechnischen Anlagen als auch des baulichen Wärmeschutzes mit einfließen. Die Energieeinsparverordnung vom 1. Mai 2014 wurde zum 1. Janu- ar 2016 mit Änderungen für Neubauten ergänzt. Ziel ist es, den Energiebedarf für Heizung und Warmwasser im Gebäudebereich weiterhin zu senken. Der maximal zulässige Jahres-Primärenergiebedarf für Neubauten reduzierte sich um 25 %, zugleich stiegen die Anforderungen an die energetische Qualität der Gebäudehülle um ca. 20 %. Das KfW-Effizienzhaus 70 wurde praktisch zum Mindeststandard der Energieeinsparverordnung deklariert. Bei Neu- und Umbau von Wohn- und Nichtwohngebäuden müssen diese Vorschriften eingehalten werden. Auch bei bestehenden Gebäuden können Nachrüstungen erforderlich sein, z. B. die Erneuerung des Heizkessels.

Informationen: www.enev-online.de

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Im Wärmegesetz ist festgelegt, dass spätestens im Jahr 2020 14 % der Wärme- und Kälteenergie in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen müssen. Eigentümer/innen von Neubauten sind seit 2009 verpflichtet, für ihre Wärmeversorgung zum Teil erneuerbare Energien zu nutzen. Seit 2011 gilt dies auch für die Kälteerzeugung. Das Gesetz fördert den Ausbau von Wärmenetzen. Kommunen können im Interesse des Klimaschutzes die Nutzung solcher Netze vorschreiben.

Informationen: www.erneuerbare-energien.de > Recht und Politik > Erneuerbare Energien Wärmegesetz

Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV)

Die Verordnung betrifft sowohl neue als auch bestehende Feuerungsanlagen. Mit ihr soll die Emission von Feinstaub, Kohlenmonoxid (CO) und anderen Schadstoffen aus Kleinfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe wie Holz reduziert werden. Neue Anlagen müssen strenge Grenzwerte für Staubemissionen und Kohlenstoffmonoxid einhalten, bereits installierte Anlagen müssen mit einem Sekundärsystem nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden, falls die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Die Nachrüstpflicht für alte Feuerungsanlagen wird bis 2025 schrittweise umgesetzt.

Informationen erhalten Sie bei Ihrem Schornsteinfeger oder unter: www.bmu.de > Themen > Luft-Lärm-Verkehr > Luftreinhaltung > Rechtsvorschriften

Energieausweis

Der Ausweis bietet potenziellen Kauf- bzw. Mietinteressierten Informationen über die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes und muss seit 2009 bei jedem Verkauf und jeder Neuvermietung von Wohnungen oder Gebäuden dem zukünftigen Eigentümer oder Mieter vorgelegt werden. Denkmalgeschützte Gebäude und Gebäude im Ensembleschutz sind zunächst von dieser Regelung ausgenommen.

Es wird unterschieden zwischen einem Bedarfsausweis oder einem Verbrauchsausweis. Der Bedarfsausweis bezieht seine Daten aus einer standardisierten energetischen Untersuchung des Gebäudes und enthält die objektiveren Angaben zum Energiebedarf. Für den verbrauchsorientierten Ausweis werden dagegen die Heiz- und Stromkostenabrechnungen der letzten drei Jahre herangezogen, er spiegelt somit mehr das Heiz- und Nutzerverhalten der Bewohner/innen wider, weniger die energetische Qualität eines Gebäudes.

Informationen:

www.energiepass-aussteller-verzeichnis.de

www.enev-online.de

Energieausweise ... sind für zehn Jahre gültig. Nach umfangreichen Modernisierungen sollte ein neuer Ausweis erstellt werden, um die bessere energetische Qualität zu dokumentieren.

Erneuerbare Energiequellen

Biogas

Biogas ist ein Sammelbegriff für energetisch verwertbare Gase, die aus Biomasse (Pflanzen) hergestellt werden. Bei der anaeroben Verwesung (Verwesung ohne Sauerstoffzufuhr) wird zu etwa 2/3 Methan (CH4), zu etwa 1/3 Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Dabei ist das Methangas der energetisch nutzbare Anteil des Biogases. Solche Anlagen betreiben meist Landwirte, die hierfür eine Baugenehmigung oder eine Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz benötigen.

Kleinwindkraftanlagen

Windkraftanlagen dienen der Stromerzeugung mithilfe von Wind. Auf dem Markt gibt es nicht nur die Großanlagen, die mittlerweile zum Landschaftsbild in Schleswig Holstein gehören. Auch für Privatpersonen, Gewerbe oder landwirtschaftliche Betriebe werden Kleinwindkraftanlagen angeboten, die sich je nach Region und Abnahmemenge für den Bauherren bezahlt machen. Diese Windkraftanlagen sind durch die Bauaufsichtsbehörde genehmigungspflichtig, größere Windkraftanlagen sind in der Regel nach Bundes-Immissionsschutzgesetz zu genehmigen.

Informationen: www.wind-energie.de

Photovoltaik (PV)

Photovoltaik ist die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie. Die Umwandlung erfolgt über Solarzellen, die in Modulbauweise zu größeren Anlagen verschaltet auf Gebäudedächern, Freiflächen oder z. B. auch Lärmschutzwänden installiert werden.

Der von der Anlage erzeugte Gleichstrom wird mittels Wechselrichtern in netzkonformen Wechselstrom umgewandelt und kann entweder vor Ort verbraucht, in Batterien gespeichert oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Eingespeister Strom wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet.

PV-Anlagen ... auf und an Gebäuden sind genehmigungsfrei, PV-Anlagen auf Freiflächen sind dagegen genehmigungspflichtig. Einen ersten Anhaltspunkt, ob sich die Installation einer PV-Anlage auf Ihrer Dach- oder Fassadenfläche für Sie lohnt, liefern Berechnungshilfen im Internet: www.solaranlagen-portal.com

Wärme aus Erde, Luft und Wasser

Um diese Energiequellen nutzen zu können, muss eine Wärmepumpe verwendet werden. Eine Wärmepumpe nutzt das "Kühlschrankprinzip" in umgekehrter Weise. Sie kühlt eine Wärmequelle ab, entnimmt ihr somit die vorhandene Wärmeenergie und nutzt diese zum Heizen. Wärmepumpen werden nach der Art der Wärmequelle unterschieden. Dabei wird die am besten geeignete Wärmequelle von vielen Faktoren bestimmt, dem Energiebedarf des Gebäudes, der vorhandenen Heizungsanlage, dem Bodentyp und den Platzverhältnissen auf dem Grundstück.

Erdwärme

Erdwärme wird durch im Boden versenkte Erdreichkollektoren oder Erdsonden nutzbar gemacht. Für Erdreichkollektoren muss eine größere, unversiegelte Fläche zur Verfügung stehen, auf der die Kollektoren in einer Tiefe von ca. 1,5 m waagerecht verlegt werden.

Für eine Erdsonde ist eine Tiefenbohrung von bis zu 100 m erforderlich, dabei hängt die Tiefe des Bohrlochs von den örtlichen Gegebenheiten und der benötigten Wärmeleistung ab. Erdreichkollektoren sind wegen der entfallenden Tiefenbohrung deutlich kostengünstiger, allerdings stehen in der geringeren Tiefe niedrigere Temperaturen und ein schwankendes Temperaturniveau zur Verfügung, sodass ihr Wirkungsgrad geringer ist.

Grundwasser

Ist oberflächennahes Grundwasser vorhanden, kann eine Grundwasser-Wärmepumpe eingesetzt werden. Hierfür müssen zwei Brunnen angelegt werden. Einer, um das Grundwasser, mit dem die Wärmepumpe versorgt wird, zu fördern, ein zweiter, um das abgekühlte Wasser wieder ins Erdreich abzugeben.

Außen- oder Abluft

Für die Nutzung von Luft-Wärmepumpen fallen die Investitionskosten im Vergleich zu Erd- oder Wasser-Wärmepumpen gering aus, da keine gesonderte Wärmequelle erschlossen werden muss. Eine Außenluft-Wärmepumpe nutzt dabei die selbst bei Temperaturen unter 0° C noch immer vorhandene Wärmeenergie. Eine Abluftwärmepumpe wird eingesetzt, um in Häusern mit einer Lüftungsanlage die in der Raumluft enthaltene Wärme zurückzugewinnen, bevor diese aus dem Haus ins Freie geblasen wird. Die Wärmepumpe kann dabei sowohl nur zur Brauchwasser-erwärmung als auch zur Brauch- und Heizwasser-erwärmung eingesetzt werden.

Informationen: www.waermepumpe.de

Solarwärme/Solarthermie

Hierunter versteht man die Nutzung von Sonnenenergie zur Erwärmung von Brauchwasser (z. B. Bad, Dusche, Küche) oder zur Unterstützung des Heizungssystems. Die Kombination mit einer Flächenheizung (z. B. Fußbodenheizung) ist hierbei von Vorteil. Sonnenkollektoren nehmen die Wärmestrahlung der Sonne auf und geben diese an einen Warmwasserspeicher mit einem Volumen von mehreren 100 bis 1.000 Litern ab, in dem die Wärme zwischengespeichert wird. Unterschieden wird zwischen Flach- und Vakuumröhren-kollektoren, wobei letztere kostenintensiver sind, aber auch höhere Wirkungsgrade erzielen können. Der Energiebedarf für die Brauchwasser-erwärmung kann in den Sommermonaten zu 100 % gedeckt werden. Eine heizungsunterstützende Anlage erzeugt in den Sommermonaten einen Wärmeüberschuss und kann in der Übergangszeit den Warmwasser- und Heizwärmebedarf bis zu 100 % decken. In den Wintermonaten oder in Zeiten geringer Sonneneinstrahlung steuert eine zusätzliche Wärmequelle fehlende Wärme für Heizung und Brauchwasser bei. Dies kann über Öl-, Gas-, Holzpellet- oder Stückholzkessel sowie elektrisch erfolgen. Auch Kaminöfen mit Wasseranschluss können heute überschüssige Wärme an den Speicher liefern.

Heizen mit Holz

Mit Holz heizen bedeutet, nur so viel CO2 in den Naturkreislauf zurückzuführen, wie der Baum bei seinem Wachstum in den letzten Jahren gebunden hat. Für das Ökosystem ist das quasi CO2-neutral.

Ein offenes Kaminfeuer ist zwar stilvoll und behaglich, für die Energieauslastung jedoch ineffizient. Besser wäre hier ein Kaminofen mit Wasseranschluss.

Eine kostensparende Ergänzung zur Zentralheizung bietet ein moderner Kaminofen mit geschlossener Brennkammer, der manuell mit Holz bestückt und angefeuert werden muss.

Komfortabler ist ein Holzvergaserkessel, der mit Scheitholz gefeuert wird und nur alle 1-3 Tage nachgefüllt werden muss.

Eine Holzpellet- und Hackschnitzelheizung bildet eine echte Alternative zur Gas- oder Ölheizung. Solche Anlagen werden vollautomatisch beschickt und erreichen bei einem optimal abgestimmten Brennvorgang einen Wirkungsgrad von 95 %. Die sogenannte Brennwerttechnik moderner Anlagen sorgt dafür, dass die wertvolle Wärme aus der Abgasluft dem Heizsystem wieder zugeführt und somit der Wirkungsgrad nochmals gesteigert wird.

Pellets werden von einem Silowagen angeliefert, der das Material in ein Lager bläst. Voraussetzung ist ein ausreichend großer Vorratsraum, in dem die Pellets trocken gelagert werden können. Wird eine alte Ölheizung ersetzt, nutzt man hierfür in der Regel den Platz der Öltanks. Ist kein Kellerraum vorhanden, können die Pellets auch in einem speziellen Silo oder Erdtank außerhalb des Gebäudes gelagert werden. Die Lagerung einer Pelletmenge, die dem Energiegehalt von ca. 3.000 Liter Heizöl entspricht, erfordert ca. 9-13,5 m³ Lagerraum je nach Entnahmesystem.

Für Scheitholzkessel, Kaminöfen mit Wasseranschluss und Holzpelletheizungen wird ein Pufferspeicher benötigt, der die erzeugte Wärme zwischenspeichern und bei Bedarf abgeben kann. Die Kombination mit einer thermischen Solaranlage ist dabei möglich und sinnvoll.

  • © KfW-Bildarchiv /photothek.net
  • © www.pixabay.de
  • © www.pixabay.de

Strom und Wärme

Blockheizkraftwerke (BHKW) können mit fossilen Brennstoffen (Heizöl, Gas) oder mit regenerativen Energieträgern wie Biogas (Holzpellets in Vorbereitung) betrieben werden. Kleinkraftwerke für zu Hause sind in etwa so groß wie eine Tiefkühltruhe und eignen sich von ihrer Leistung für Ein- oder Zweifamilienhäuser.

Der Anschluss eines BHKW an die bestehende Heizungsanlage ist problemlos. Für die Wirtschaftlichkeit eines BHKW ist ein möglichst gleichmäßiger Wärmebedarf während des ganzen Jahres entscheidend. Blockheizkraftwerke, die Wohngebäude beheizen und mit Warmwasser versorgen, sind in der Regel wärmegeführt und der Strom ist hier Nebenprodukt.

Eine Variante der Kraft-Wärme-Kopplung ist die Fernwärme. Hier versorgt ein größer dimensioniertes zentrales BHKW eine große Zahl von Haushalten über ein Heißwasser-Leitungsnetz. Auch Großkunden wie Freibäder oder Krankenhäuser nutzen diese besonders effiziente, umweltschonende Art der Versorgung mit Wärme und Warmwasser. Die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme kann je nach Bedarf strom- oder wärmegeführt sein.

Optimierung der Heizungsanlage

Ein moderner Brennwertkessel passt seine Leistung automatisch an die Außentemperatur an und nutzt die Restwärme aus den Abgasen, die bislang mit hohen Temperaturen über den Schornstein verloren gingen, zusätzlich zur Wärmegewinnung. Sie senken damit den Energieverbrauch gegenüber einem alten Standard- oder Niedertemperaturkessel.

Eine mehrstufige, geregelte Heizkreispumpe passt ihre Laufzeit und Leistung der benötigten Heizleistung an. Die Anschaffung einer modernen Pumpe rechnet sich aufgrund des Einsparpotenzials von bis zu 85 % in rund zwei bis drei Jahren. Der Austausch wird seit dem 1. Januar 2016 über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) mit 30 % gefördert.

Informationen: www.sparpumpe.de

Ein hydraulischer Abgleich des Heizungssystems sorgt dafür, dass jeder Heizkörper mit der gleichen Wärmemenge versorgt wird - egal wie weit er vom Heizkessel entfernt ist. Der hydraulische Abgleich ist für eine KfW-Förderung von Modernisierungsmaßnahmen bei Heizungsanlagen vorgeschrieben.

Damit keine Heizenergie auf dem Weg vom Kessel zu den Heizkörpern verloren geht, müssen die Heizungsrohre ebenfalls gedämmt werden. Auch nachträglich ist dies kostengünstig durch vorgefertigte Dämmschläuche, z. B. aus dem Baumarkt, möglich.

Passen Ihre Heizkörper noch zu Ihrer optimierten Anlage? Mit großen Abstrahlflächen, z. B. bei einer Fußbodenheizung, kann bereits bei geringen Heizwassertemperaturen eine behagliche Wärme erzielt werden.

Wärmeverluste vermeiden

  • Außendämmung

Eine Außendämmung schützt die Wand vor Witterung und das Haus vor Wärmeverlusten. Oft wertet sie auch die Fassade auf. Für Fachwerk oder Gebäude mit historischem Fassadenschmuck ist diese Variante nicht geeignet. Eine Außendämmung ist für einen einschaligen Wandaufbau (z. B. massives Mauerwerk) oder eine Holzständerkonstruktion geeignet. Je nach Art der Außendämmung wird die Wand hierdurch wesentlich dicker (in der Regel 16-20 cm). Ggf. müssen Dachüberstände angepasst werden. Beispielsweise an Grundstücksgrenzen muss daher geprüft werden, ob der erforderliche Platz zur Verfügung steht.

  • Kerndämmung

Eine Kerndämmung bietet sich für zweischaliges Mauerwerk oder für Fassaden an, die nicht verkleidet werden sollen. Hierfür wird der Dämmstoff in den mind. 5 cm, besser 7 cm breiten Hohlraum zwischen den Mauern eingebracht. Vorab ist eine Wärme- und Feuchteschutzberechnung durch eine Fachkraft der Bauphysik unerlässlich, um Bauschäden zu vermeiden.

  • Innendämmung

Die Innendämmung ist bauphysikalisch anspruchsvoll und sollte nur angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht möglich sind. Verzichten Sie nicht auf eine gute Fachberatung! Unsachgemäße Innendämmung kann zu Bauschäden durch Feuchtigkeit führen.

  • Das Dach dämmen

Soll der Dachraum als Wohnraum genutzt werden, ist eine Dämmung der Dachschräge sinnvoll. Bei nicht genutzten Spitzböden ist eine Dämmung der obersten Geschossdecke die leichteste und preiswerteste Dämmmaßnahme.

  • Den Keller dämmen

Ist der Keller ein unbeheizter Raum, sollten Sie die Kellerdecke zum Wohnraum hin dämmen. Wenn Sie Ihren Keller als beheizten Wohnraum nutzen, ist es sinnvoll, die Kellerwände und den Boden (möglichst von außen!) zu dämmen. Gelangt Feuchtigkeit des Erdbodens in Kellerwände oder -boden, kann sie sich in alle Richtungen ausbreiten und erhebliche Bauschäden verursachen. Eine sogenannte Perimeterdämmung der äußeren, erdberührenden Kellerwände schützt vor Wärmeverlusten. Das Dämmmaterial wird außerhalb der wasserundurchlässigen Schicht (z. B. Bitumenanstrich oder Kunststofffolie) angebracht.

  • Fenster und Lüftung

Der Einbau neuer Fenster mit Wärmeschutzverglasung kann Wärmeverluste deutlich reduzieren. Die Fenster bestehen meist aus drei Scheiben mit spezieller Beschichtung und einer Edelgasfüllung. Der Fensterrahmen spielt jedoch eine entscheidende Rolle. Besonders energiesparend sind speziell gedämmte Rahmen oder Rahmen aus Mehrkammerprofilen.

Nach der Erneuerung der Fenster kann es bei ungenügender Wanddämmung und falscher Lüftung zu Feuchteschäden und Schimmelpilzbildung an den Außenwänden kommen. Sinnvoll ist es daher, die Modernisierung von Fenstern und Fassade gleichzeitig durchzuführen. Auch Rollladenkästen sind energetische Schwachstellen, die bei der Fenstererneuerung nicht vergessen werden sollten.

Nach dem Einbau... neuer Fenster ist eine ausreichende und richtige Lüftung (Stoßlüftung, mindestens zweimal täglich) unverzichtbar. Komfortabler und auch bei der Sanierung eines älteren Hauses möglich, ist der Einbau einer automatischen Lüftungsanlage.
Die Wärmerückgewinnung, mit der moderne Lüftungssysteme arbeiten, sorgt dafür, dass Frischluft von außen vor dem Einleiten in die Wohnräume über einen Wärmetauscher temperiert wird und wertvolle Heizwärme nicht verloren geht.
Zugleich dienen Lüftungsanlagen damit der Energieeinsparung, regulieren die Feuchtigkeit und schützen somit vor Schimmelpilzbildung.

Nicht zuletzt erhöhen sie den Wohnkomfort: Die Räume werden mit Frischluft versorgt, Feinstaub, Pollen und Insekten bleiben draußen.

Obwohl eine effiziente Wärmedämmung der Außenmauern oder der Keller- und Dachbodendecken oft das größte Einsparpotenzial bietet und z. B. durch das KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren" gefördert werden kann (siehe Fördermittel Seite 55) scheuen Hauseigentümer/innen häufig Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle. Hier ist ein Gespräch mit einer unabhängigen Energieberatung hilfreich, um zunächst herauszufinden, welche Maßnahmen bei einem Gebäude sinnvoll sind, welche Kosten bei der Umsetzung entstehen und wie groß das Einsparpotenzial ist.

Energieberatungen werden z. B. von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein angeboten, die kompetent und anbieterunabhängig zu folgenden Themen informiert:

  • energetische Sanierung von Bestandsgebäuden
  • energiesparende Heizungsanlagen in Alt- und Neubauten
  • erneuerbare Energien wie Wärmepumpen und Holzpelletheizungen
  • Photovoltaik und Solarthermie
  • Wärmeschutz im Gebäudebestand und in Neubauten
  • Energieausweis
  • Schimmel und Feuchtigkeit in Wohngebäuden
  • Stromverbrauch
  • staatliche Förderung

Informationen:

www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

www.verbraucherzentrale-sh.de

Seit einigen Jahren hat der Kreis Segeberg seine Aktivitäten im Bereich des Klimaschutzes verstärkt. Mit der Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes in 2012 und der Einstellung zweier Klimaschutzfachkräfte für dessen Umsetzung in 2013 wurden einige neue Angebote für den Kreis Segeberg geschaffen.

Die 2013 eingerichtete Klimaschutzleitstelle dient als Anlaufstelle für Fragen rund um den Klimaschutz. Kommunen, Betriebe und Menschen aus dem Kreis Segeberg erhalten erste Unterstützung. Auch können Experten und Fördermöglichkeiten vermittelt werden.

Mit dem 2013/2014 erstellten "Klimaschutzteilkonzept zur Anpassung an den Klimawandel" war der Kreis Segeberg einer der Vorreiter in ganz Deutschland. Auch beim Thema Energieeffizienz in Gebäuden ist der Kreis Segeberg aktiv. Um den Energiebedarf und den damit verbundenen Ausstoß klimaschädlicher Gase in den eigenen Gebäuden zu reduzieren, wird derzeit ein weiteres Klimaschutzteilkonzept vorbereitet.

Auch in Sachen Elektro-Mobilität gibt der Kreis Segeberg Impulse. So wurden im Fuhrpark der Kreisverwaltung beispielsweise zwei Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch Elektroautos ersetzt. Auch gibt es jetzt ein Pedelec und zwei Fahrräder stehen für die kürzeren Dienstfahrten zur Verfügung.

Eine Ladesäule direkt vor dem Kreishaus ermöglicht kostenloses Laden dank Unterstützung der Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg GmbH & Co. KG (voraussichtlich bis 2019), durch die Förderrichtlinie für Kommunen entstehen zur Zeit sechs weitere Lademöglichkeiten im Kreisgebiet.

Kennen Sie das Angebot der "Kreis-Energiespartour"?

Lassen Sie sich und Ihre Nachbarn vor Ort in den Gemeinden zu Themen wie Altbausanierung, Solartechnik, Schimmel und Feuchtigkeit etc. beraten. Die Veranstaltungen werden gemeinsam mit Ihren Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern organisiert und sind für die Teilnehmenden kostenfrei. Anfallende Kosten für Referentinnen und Referenten sowie Mieten werden von Kreis, Verbraucherzentrale und Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) übernommen.

Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an!

Ansprechpartner beim Kreis Segeberg

Hamburger Straße 30, 23795 Bad Segeberg
Heiko Birnbaum
04551 951 5 22
E-Mail senden

Klimaschutzmanager

  • © www.pixabay.de
  • © KfW-Bildarchiv /Frank Homann